Du bist hier: Startseite » News » „Wühltisch-Welpen“ Initiative gegen den Handel mit Welpen

„Wühltisch-Welpen“ Initiative gegen den Handel mit Welpen

Bald beginnt der Frühling und der Frühling ist Welpenzeit. Viele Menschen entscheiden sich zu dieser Zeit für einen Welpen. Doch woher soll der Welpe kommen? Soll er von einem Züchter sein, aus dem Tierheim oder von Privat? Es gibt viele Möglichkeiten, doch nicht jede ist eine gute…

Ein dunkler Parkplatz oder Hof in Deutschland, Wochenmärkte in Ungarn, Polen, Belgien oder Holland. Das sind die Plätze an denen kleine Welpen zum Verkauf angeboten werden. Doch steht hinter diesen Welpen eine grausame Geschichte. Die meisten Welpen werden bereits mit nur ein paar Wochen ihrer Mutter weggenommen und gelangen in die Hände von Hundevermehrern. Die so wichtige Prägephase, in der ein Welpe so vieles fürs spätere Leben von der Mutter lernt, verbringt dieser bereits auf Reise, um verkauft zu werden. Seriöse Züchter geben ihre Welpen erst ab 8 Wochen in die Hände ihrer neuen Besitzer, denn bis dahin brauchen Sie die Nähe ihrer Mutter und ihrer Geschwister, um ausreichend viel zu lernen und um sicher für ihre Zukunft zu werden. Diese Zeit fehlt den „Wühltisch-Welpen“. Man findet sie oftmals krank und ungeimpft in Kisten, aus denen sie mit herzerweichendem Blick zu einem hoch schauen.

Hundevermehrern geht es nur um das Geschäft. Es interessiert sie nicht, dass sie nicht mit einer Ware handeln, sondern mit einem Lebewesen mit Gefühlen. Lebewesen, die Schmerz und Angst empfinden. Wie muss sich ein Welpe in den Händen eines solchen Hundevermehrer fühlen? Ich bezweifle doch sehr, dass sie gut behandelt werden. Da fühlt man Mitleid und möchte den kleinen Welpen helfen – sie retten. Doch meint Dieter Ernst vom ETN dazu: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie mit ihrem Mitleidskauf das grausame Geschäft mit den Welpen erst anheizen“.

TASSO, der ETN und der Bund gegen Missbrauch der Tiere haben das Jahr 2010 aus diesem Grund zum Jahr „Gegen den unseriösen Welpenhandel“ erklärt und starteten die Kampagne „Wühltisch-Weplen – nein Danke“. Alle 3 Organisationen möchten durch Aufklärung die Nachfrage stoppen und dadurch unseriöse Händlern in Deutschland keine Möglichkeit für dieses grausame Geschäft geben.

Wie erkennt man einen unseriösen Welpenhändler und Welpenvermehrer?

Bestehen Sie unbedingt darauf, die Mutter des Welpen zu sehen. Oft bekommt man diese bei unseriösen Züchtern gar nicht zu Gesicht, da sie nicht vor Ort ist. Wenn doch eine Hündin vor Ort sein sollte, achten Sie darauf, ob die Welpen bei ihr säugen dürfen. Ist die Mutter liebevoll zu ihren Welpen oder haben Sie das Gefühl, dass es gar nicht ihre Welpen sind? Häufig ist nämlich das der Fall. Eine Alibi-Hündin wird als Mutter der Welpen vorgestellt. Das zeigt, dass die Welpen viel zu früh von ihrer eigenen Mutter weg genommen wurden.

Unseriöse Händler bieten die Welpen oft zu Dumpingpreisen an. Ein anerkannter Züchter (VDH) nimmt für einen Rassehund ab 600 €. Dieser Preis ist daher gerechtfertigt, dass alle nötigen Impfungen vorgenommen werden, der Hund regelmäßig entwurmt wird, gutes Futter für seine Aufzucht erhält, für eine gute Prägung gesorgt wird,…

Wo und wie wird der Welpe „angeboten“? Dreckige Hofe, Märkte, im Pappkarton oder sogar aus dem Kofferraum eines Transporters? Hier handelt es sich eindeutig um einen Welpenhandel. Seien Sie ebenfalls sehr vorsichtig bei Angeboten aus dem Internet. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie Hunde dort wie Ware angeboten werden.

Wenn Sie bei einem seriösen Züchter einen Welpen kaufen möchten, wird dieser Sie mit Fragen löchern! Wie ist die Wohnsituation, in welches Umfeld würde der Welpe kommen und und und. Sind Sie willkommen, die Welpen öfter zu besuchen, um die Bindung zu dem Kleinen bereits zu festigen? Seriösen Züchtern ist viel daran gelegen, ein gutes Zuhause für die kleinen Welpen zu finden. Auf ein solches Interesse werden Sie bei einem Welpenhändler nicht stoßen, da dieser nur Interesse am Gewinn eines Verkaufes hat.

Man kann es aber auch mit dem bloßen Auge erkennen… Wie sehen die Welpen aus? Sind sie unsicher und ängstlich? Fiepen sie und liegen sie apathisch in einer Ecke? Haben sie stumpfes Fell , sind sie dünn oder haben sie einen aufgeblähten Bauch? Steht ihnen Wasser zur Verfügung?

Außerdem sollte man schauen, wie viele Rassen der Züchter anbietet. Gibt es mehr als 2 Rassen, mit denen mehr als 4 Würfe im Jahr gezüchtet werden, handelt es sich auch da um eine Welpenvermehrung.

Schauen Sie nicht weg! Jeder kann sich an dieser Kampagne beteiligen und helfen. Seit Start der Aktion im Dezember 2009 meldet TASSO eine große Beteiligung. Bisher berichteten rund 100 Betroffene von ihren Erfahrungen mit unseriösen Züchter und es wurden etwa 100.000 Informationskarten verteilt. Diese große Resonanz zeige, wieviele unseriöse Züchter es gibt und daher werden die 3 Tierschutzorganisationen ihre Aufklärungsarbeit in den nächsten Monaten verstärkt fortführen.

„Es ist erschreckend, mit welcher Skrupellosigkeit die unseriösen Züchter vorgehen“, sagten ETN, TASSO und der bmt bei der ersten Auswertung der Erfahrungsberichte. „Das Mitleid und die Tierliebe der Menschen wird von gewissenlosen Händlern ausgenutzt, um Profit zu machen – auf Kosten der Tiere, aber auch der Menschen, die ihren Welpen leiden und sterben sehen.“ Denn die Betroffenen berichteten auf der Homepage von TASSO von kranken Tieren, die über lange Zeit, aber leider erfolglos von Tierärzten behandelt wurden. Sarah G. schreibt: „… Meine Hündin ist jetzt 7 Monate und todkrank, und ich bin am verzweifeln.“ Ein anderer Betroffener berichtet: „Ich habe es damals auch gemacht, und dann war der Welpe voll mit Würmern und Flöhen und starb kurze Zeit später. Man hat mir gesagt er wäre 9 Wochen alt, dabei war er laut Tierarzt gerade ein paar Tage alt, viel zu früh vom Muttertier weg.“

Ein Mitarbeiter eines Zoofachgeschäfts berichtete außerdem: „Bald wöchentlich erscheinen zur Zeit Kunden mit Welpen kleiner Rassen. Auf Nachfrage geben die Leute als Alter meist 4-6 Wochen an, haben keine Ahnung von der Ernährung, und meist sind sie über das Internet an den Hund gekommen. Meine Kollegen und ich sind jedesmal entsetzt und versuchen den Leuten klar zu machen, dass sie damit diesen Handel forcieren. Die Antworten sind meist: war günstig, tat mir so leid, Papiere brauche ich nicht usw. Manche dieser Hunde sehen schon krank aus, und wir versuchen alles, die Leute sofort zum Tierarzt zu schicken.“

ETN, Tasso und bmt appelieren an zukünftige Hundebesitzer, keine Welpen zu Dumpingpreisen von unseriösen Händlern zu kaufen und sich vor Anschaffung genau über die Herkunft des Welpe zu informieren.

Quelle: tasso.net und dogspot.de

 

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

4 Kommentare

  1. […] bei denen Sie die Mutterhündin nicht zu Gesicht bekommen! Mehr zu dem Thema finden Sie hier. Auch ein Hund aus dem Tierheim kann ein wunderbarer Begleiter sein! Wenn Sie sich noch auf […]

  2. […] HundetrainerBlog.de – Kategorie: Hunde-News In meinem Artikel „Wühltisch-Welpen“ Initiative gegen den Handel mit Welpen habe ich bereits auf den unseriösen Hundehandel auf Hinterhöfen und Märkten hingewiesen. Nun […]

  3. […] coole Beifahrer werden!Hunde und Autofahren – wie sie coole Beifahrer werden!Buchempfehlungen„Wühltisch-Welpen“ Initiative gegen den Handel mit WelpenHunde und Autofahren – wie sie coole Beifahrer werden!Hunde und Autofahren – wie sie […]

  4. […] in Dorsten!Aktion “Wühltischwelpen – nein Danke!“ – Demonstration in Dorsten„Wühltisch-Welpen“ Initiative gegen den Handel mit WelpenBellende Hunde….Größter WM-Fan auf vier Pfoten gesuchtAktion “Wühltischwelpen – […]

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *

*

Scroll To Top