Stress bei Hunden

Wir alle sind damit Vertraut… Mit Stress. Stress bekommt in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Bedeutung. Alltagsstress, Stress im Job, privater Stress… Es gibt viele Arten von Stress, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Stress aüßert sich bei uns Menschen auf verschiedene Art und Weise… Innere Unruhe, Agressionen, Schlafstörungen,… bis hin zu Krankheiten.

Hunde sind die besten Freunde eines Menschen. Treue Begleiter, die mit uns durch Dick und Dünn gehen. Warum ist das so? Weil der Hund uns Menschen in seinem Verhalten sehr ähnelt… Oder wir dem Hund. Unter Anderem deshalb suchen wir seine Nähe. Er zeigt Trauer, Angst, Freude, Leid, Unsicherheit… Und somit auch Stress! Genau wie wir. Stellt sich die Frage: Was ist eigentlich Stress?

Definitionen beschreiben Stress als einen Zustand, in dem ein Organismus auf eine innere oder äußere Bedrohung reagiert und seine Kräfte darauf konzentriert, die Gefahrensituation zu bewältigen… Stress kann durch verschiedene Faktoren auftreten. Äußere Einflüsse, Überforderung mit Reizen, Nahrungsentzug, mögliches Versagen, Strafe, Schmerz, Isolation, Angst,… Aber wie erkennen wir bei unserem Hund, dass er getresst ist, welche Situationen können stressig sein und wie können wir diesen Stress vermeiden?

Wichtig ist, dass unser Hund ausreichend Ruhephasen hat, um das Gesehene und Erlebte zu verarbeiten. Also zwischen den Spaziergängen ausreichend Schlafpausen einlegen… Ein ausgewachsener Hund schläft ca. 17 Stunden am Tag.

Außerdem kann zu langes Alleinebleiben bei Hunden zu Stress und langfristig auch zu Krankheiten führen. Ein Hund der mehr als 5 Stunden am Tag alleine bleiben muss, leidet an Stress und Stress ist eine Belastung für Körper und Seele…

Leistungsdruck gibt es nicht nur bei uns Menschen. Auch unsere Hunde leiden darunter… Wie oft erwarten viele Hundebesitzer von Hunden, Dinge zu tun, die sie noch gar nicht gelernt haben! Welpen sollen sitzen und hatten noch nicht die Möglichkeit zu lernen, was überhaupt “Sitz” bedeutet. Ein Hund wird von seinem Besitzer angemeckert, weil er nicht “Sitz – bleib” aus der Entfernung macht, sondern verunsichert aufsteht und zu seinem Besitzern läuft. Der Vierbeiner wird für etwas angemeckert, was für ihn ein ganz normales Verhalten ist. Er will uns sanft stimmen, weil er uns nicht versteht. Er läuft zu seinem Besitzer, weil er ihm vertraut und hofft, bessere Anleitungen für diese Übung zu bekommen… Dies sind nur kleine Beispiele aus dem stressigen Trainingsalltag eines Hundes. Manche Menschen erwarten Unmögliches von ihren Hunden! Sie erwarten Dinge, die Ihnen nicht beigebracht wurden. Das ist purer Stress! Wenn wir uns in so eine Situation versetzen würden wir ebenfalls mit Angst und Stress reagieren…

Wie äußert sich Stress bei unseren Vierbeinern?

- Nervosität
- Unruhe
- Aufreiten (nicht immer ist Aufreiten sexuell motiviert oder eine Geste von Dominanz – es kann auch ein Ventil für Stress sein)
- übertriebene Körperpflege
- Appetitlosigkeit
- Hecheln obwohl es nicht warm ist
- Kratzen (nicht immer sind es Flöhe, die unseren Hund dazu bringen, sich zu kratzen)
- beim Spazierengehen In die Leine beißen
- Schütteln nach stressigen Situationen (Hunde schütteln sich den Stress der Situation ab)
- Übersprungshandlungen (der Hund zeigt Dinge, die mit der eigentlichen Handlung in keinem Zusammenhang steht – Buddeln, Trinken, Schnüffeln,…)

Wenn wir unseren Hund beobachten, werden wir erkennen, wann unser Hund mit Situationen überfordert ist. Wir können an uns arbeiten und unserem Hund einen stressfreieren Alltag bieten!

14 Kommentare
  1. Jacky sagt:

    Hallo,
    ich habe eine cocker/münsterländer Hündin.sie ist 1,5 Jahre alt.
    Sie hört sehr gut, ich habe nur folgendes “Problem” mit ihr:
    wenn wir spazieren gehen oder sie frei auf dem grundstück laufen lassen bellt sie jeden an.sie verfolgt die Leute und hört nicht auf
    mein rufen.was kann ich dagegen tun?

  2. Hallo!

    Vielen Dank für Deinen Eintrag. Bevor ich Dir näher antwortwen kann, muss ich Dir ein paar Fragen stellen….

    Seit wann ist Deine Hündin bei Dir? Hast Du sie von Welpenbeinen an, oder war sie vorher bei einem anderen Besitzer? Wie verhälst Du Dich wenn sie bellt? Kannst Du erkennen, ob sie ein bestimmtes Muster anbellt? Also Männer, Frauen, Kinder, Leute mit Hüten, an Krücken,………?

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Lieben Gruß

  3. Kalit sagt:

    Hallo, ich habe ein ähnliches Problem. Meine Hündin ist 5 und sobald sie auf der Strasse andere Hunde oder Menschen sieht fangt sie an zu kläffen wie blöd. Wegen unsere unfreundliche Gesellschaft die mich immer anschaut als ob ich ein Raubtier besitze, nehme ich sie nirgendswo mehr hin. Was natürlich falsch ist aber ich weiss kein Rat. Alle bei uns im Pferdestall haben so tolle ruhige Hunde und sie dürfen bei uns rumlaufen. Warum kann meine Hündin dies nicht…. Ich habe sie seit sie 8 Wochen alt war und sie war immer sehr hyperaktiv.. LG

  4. Hallo!
    Ich versuche Dir gerne ein paar Tipps zu geben, was aus der Entfernung sehr schwer ist. Aber dazu brauche ich ein paar Infos von Dir.
    Wie sieht denn Dein Tagesablauf mit Deiner Hündin aus? Was ist sie für eine Rasse? Was für Beschäftigungen hat sie am Tag? Wie verhälst Du Dich wenn Deine Hündin bellt?
    Liebe Grüße und hoffentlich bis bald!

  5. kay sagt:

    Hallo

    ich habe folgendes Problem:

    ich habe seit 1 Jahr eine Labrador Hündin von einem Kumpel übernommen. Sie hört sehr gut . Immer wenn ich auf arbeit gehe, fängt sie an sehr zu hecheln und dann sabert sie auch. Des Weiternen ist wenn sie alleine bleiben soll, ein häufiges bellen von den Nachbarn aufgefallen.

    Wie kann ich ihr begrieflich machen, dass sie keine Angst haben muss.

    Ich muss dazu sagen, sie war noch nie alleine irgendwo, sie konnte immer mit auf arbeit etc.
    Danke!!

  6. Hallo Kay!

    Wenn die Kleine noch nicht gelernt hat, alleine zu bleiben, ist es ganz natürlich dass sie Stress hat und bellt, wenn sie alleine bleiben muss. Sie muss es von Beginn an neu lernen, damit sie sich alleine wohl fühlt.

    Lese Dir gerne meinen Beitrag zum Thema alleine bleiben durch.

    Wenn Du noch weitere Fragen hast, schreibe mir gerne.

    Liebe Grüße

  7. Ingrid sagt:

    Wir haben seit 1 1/2 Jahren einen entzückenden verschmusten Border. Sein einziges Manko ist, dass jeder4 Fremde, den ich herein lasse von ihm richtig bösartig verbellt wird. Das löst bei den Besuchern Stress aus ebenso wie bei mir und das Ganze schaukelt sich auf. Manche verlangen dann von mir, den Hund wegzusperren, was ich nicht gern tu, doch in manchen Fällen ist der Besucher wichtig und dann habe ich weder die Zeit noch die Ruhe, ihn zu beruhigen.
    Er kommt aus einem Wurf, in dem alle offenbar an den gleichen Problemen leiden. Wir hatten das schon weit besser im Griff, doch seit ca. 2 Monaten ist es wieder schlechter geworden.
    Bitte um Hilfe, was ich tun kann? Könnte vielleicht ein Pheromon-Behandlung fürs erste mal unterstützen? Ich habe nämlich nicht den Eindruck, dass er in dieser Verfasung wirklich genau auf mich hört. Es funktioniert zwar kurzfristig, doch er fängt mit dem Bellen und Fletschen immer wieder neu an.
    Bitte um Hilfe!
    liebe grüße
    Ingrid

  8. Hallo Ingrid,

    wie alt ist denn Dein Rüde? Du weist ja schon, dass auch seine Geschwister das Problem haben. Das heißt, dass bereits beim Züchter einiges schief gelaufen ist und Dein Rüde von Anfang an falsch geprägt wurde. Vielleicht zeigte seine Mutter ein ähnliches Verhalten wenn Besucher kamen und dieses Verhalten wird dann von den Welpen übernommen. Schade! Denn alles was Welpen während der Prägezeit an Eindrücken mitbekommen, festigt sich dauerhaft und es ist schwer bis unmöglich, dies in ein anderes Verhalten umzuwandeln.

    Ich würde ihn auf jeden Fall in einen Raum bringen, wenn sich Besuch ankündigt. Dann fühlt sich Dein Besuch sicher, Dein Rüde ist nicht direkt mit der Situation konfrontiert und Du kannst Dich stressfreier mit dem Besuch beschäftigen. Aber das ist natürlich keine Lösung für das Problem.

    Reagiert er bereits wenn es an der Tür läutet? Dann würde ich daran zuerst arbeiten. Bitte jemanden aus der Familie, oder einen Freund, sich vor Deine Tür zu stellen und zu klingeln. Öffne ihm aber nicht die Tür, sondern konzentriere Dich voll auf Deinen Hund. Er wird wahrscheinlich bellend zur Tür rennen. Nehme ihn am Halsband und bringe ihn auf seinen Platz. Dort bekommt er ein Leckerli auf seinen Platz gelegt. Bleibt er dort und ist er ruhig, gebe ihm gerne sekündlich ein Leckerli. Du kannst auch etwas besonders Tolles geben – vielleicht Leberwurst oder Würstchen. Arbeitest Du mit Clicker? Den könntest Du bei diesem Training auch gut einsetzen. Geht er auf seine Decke gibt es einen Klick – das musst Du natürlich vorher konditionieren. Weist Du wie? Das wiederholst Du viele viele Male. Kannst ja Deinem Besuch – der nicht rein darf – eine Kanne heißen Tee mit geben. :-) Jedesmal wenn es klingelt, ignorierst Du sein Bellen, nimmst ihn kommentarlos auf seinen Platz und belohnst ihn dafür (mit Klick oder Stimme) und gibst ihm etwas Leckeres auf die Decke. Übe das mehrmals am Tag für ein paar Minuten.

    Wenn das gut klappt, kannst Du einen Freund bitten zu klingeln und rein zu kommen. Du könntest draußen vor der Tür das Lieblingsspielzeug von Deinem Hund, oder einen kleinen Korb mit besonders tollen Leckerlis deponieren. Jeder Gast darf sich bedienen und Deinem Hund etwas entgegen kullern wenn er rein kommt. Dann kannst Du ihn mit etwas zu Kauen (Kauen lindert Stress!) auf seinen Platz bringen. Versuche ruhig dabei zu bleiben. Denn Dein Stress überträgt sich sofort auf Deinen sensiblen Border! Auch schimpfen kann für Hunde eine Bestätigung sein. Deshalb bleibe stets ruhig.

    Der Liegeplatz Deines Rüden sollte so positioniert sein, dass der Besuch nicht nah an ihm vorbei muss. Sonst könnte sich Dein Rüde bedrängt fühlen und somit wieder mit Stress reagieren. Baue ihm eine gemütliche Ecke, wo er sich zurück ziehen kann und viel Abstand zu den Besuchern haben kann. Und sage auch Deinem Besuch, dass sie Deinen Hund ignorieren sollen. Manche Menschen neigen dazu, sich noch zu einem bellenden Hund hinunter zu breugen und auf ihn einzureden. Das bedrängt Hunde aber noch mehr und könnte eher dafür sorgen, dass der Hund noch agressiver reagiert.

    Natürlich kann man mit homöopathischen Mitteln unterstützen. Wenn Du eine gute Heilpraktikerin hast, kannst Du das ja mit ihr besprechen. Ich würde aber nichts selbst versuchen zusammen zu mixen.

    Was machst Du sonst mit Deinem Border wenn ihr unterwegs seid? Wie sieht euer Tagesablauf aus?

    Freue mich auf Deine Antwort!

    Liebe Grüße

  9. Silke sagt:

    Hallo…
    Habe seit ein paar Tagen ein großes Problem.
    Habe eine 3jährige Rottweilerhündin u ein 1jährigen Jack Russel Rüden.
    Meine Rottweilerhündin greift ohne Grund meinen Jacky an.Kennen sich von klein auf u haben sich immer verstanden.Leben zusammen im Haus.
    LG

  10. Hallo Silke,

    vielleicht steckt Dein Jack Russel Rüde gerade in der Phase, wo er seine Grenzen austestet. Oder er fängt gerade an, sich selbst zu entdecken und interessiert sich so allmählich für Hündinnen. Deine Rottweiler-Dame wird dies merken und darauf reagieren. Vielleicht fühlt sie sich von dem jungen Rüden im Moment bedrängt (reitet er eventuell sogar auf?) und reagiert genervt. Verletzt sie den Rüden, oder gibt es “nur” Rangeleien, die zwar laut sind, aber niemand verletzt wird? Das ist ein großer Unterschied. Dein Rüde ist nun aus der “Welpenphase” raus und vielleicht übernimmt die Hündin die weitere Erziehung, um den jungen Kerl seine Grenzen zu zeigen? Erkläre doch ein bisschen deutlicher, wann ein Streit auftritt und wie sich die Rangeleien äußern. Also wie die Hündin reagiert und wie der Rüde darauf reagiert. Und ob Du vielleicht anhand von Situationen erkennen kannst, warum sie den Rüden in seine Schranken weist.

    Vielen Dank!

    Lieben Gruß

  11. Lydia sagt:

    Hallo,

    woran erkenne ich den Unterschied zwischen einem dominanten Aufreiten und einem stressbedingten Aufreiten? Gibt es bestimmte körperliche Merkmale an denen man den Unterschied erkennen kann? Natürlich kommt es auf die Situation an, die es zu beobachten gilt, damit man weiß, warum der Hund das Verhalten gerade zeigt. Aber manchmal bin ich mir eben nicht sicher bei der Einschätzung und hätte gern noch ein paar körpersprachliche Merkmale, um das Aufreiten in die richtige Kategorie zu stecken.

    Viele Grüße und schon mal “Danke” für die Antwort

  12. Hallo und danke für Dein Kommentar!
    Wie Du schon sagtest, man muss die Gesamtsituation betrachten. Welche Handlungen gingen dem Aufreiten voraus, ist die Haltung entspannt oder der ganze Hundekörper unter Spannung. Beim sexuell bedingten Aufreiten ist die Hüfte locker beim Aufreiten. Beim dominanz bedingten Aufreiten ist die Körperhaltung starr, vielleicht hat der Aufreitende Hund bereits vorher versucht, den anderen Hund durch Kopf- oder Pfote auflegen oder z.B. durch Fixieren des anderen Hundes zu dominieren.
    Hast Du eine spezielle Situation, die Du beschreiben kannst?
    Viele Grüße zurück

  13. Daxer sagt:

    Hallo! Unser kl münsterländer ( 7,5 Jahre ) wird jeden morgen zw fünf u sechs wach u fängt an zu jaulen u quietschen vor unserer schlafzimmertür, egal wie der Tag zuvor für ihn war, ob viel oder wenig Action…! Was kann man tun? Lg K.D.

  14. Nina Adebahr sagt:

    Hallo!

    Seit wann jault er morgens vor eurer Schlafzimmertür? Hat sich bei euch etwas verändert? Macht er es regelmäßig, also jeden Morgen? Habt ihr ihn vielleicht einmal bei euch rein gelassen? Ist das Schlafzimmer grundsätzlich tabu für ihn?

    Ich freue mich auf Deine Antwort!

    Liebe Grüße
    Nina

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