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Hundehaftpflichtversicherung – Braucht man eine Versicherung für Hunde?

Das Leben mit einem Haustier ist schön, birgt aber auch Gefahren. So kann es richtig teuer werden, wenn das Tier etwas beschädigt oder einen Menschen beißt. Während Katzen, Nager und Vögel über die normale Privathaftpflicht mitversichert sind, benötigt man für Hunde eine spezielle Versicherung zur Tierhalterhaftpflicht. Versichert ist der namentlich genannte Hund, der Hundehalter sowie Personen, die den Hund gelegentlich betreuen (mit Ausnahme von gewerblichen Hundesittern). Wer mehr als einen Hund hält, sollte nach einem Pauschaltarif fragen. Pflicht ist eine Hundehaftpflichtversicherung bisher zwar nur in Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt. Doch erwägen auch andere Bundesländer, diese Versicherung gesetzlich vorzuschreiben. Denn eigentlich ist der Abschluss einer solchen Police für alle Hundehalter unbedingt ratsam.

Schließlich werden in Deutschland pro Jahr rund 50.000 Menschen von Hunden gebissen. Diese Zahlen umfassen nur jene Fälle, in denen die Patienten ärztlich behandelt werden mussten. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Auch ein gut erzogener Hund kann unter bestimmten Umständen zubeißen. Selbst bei einem lammfrommen Vierbeiner ist mit Gegenwehr zu rechnen, wenn ihn ein Kind am Schwanz zieht oder er von Jugendlichen geärgert wird. Da es im Nachhinein oft schwierig sein dürfte, die genauen Umstände zu rekonstruieren, muss der Hundehalter auch in solchen Fällen zahlen. Er unterliegt damit der sogenannten Gefährdungshaftung. Das heißt, allein die Tatsache, dass er einen Hund hält, verpflichtet den Tierhalter zur Haftung für alle Schäden, die sein vierbeiniger Begleiter anrichtet. Die Schuldfrage wird im Zweifelsfall vor Gericht geklärt. Dann ist es gut, eine Hundehaftpflicht zu haben, die auch die Prozesskosten abdeckt.

Wer glaubt, sich die Hundehaftpflichtversicherung sparen zu können, geht ein unkalkulierbares Risiko ein. Ob der Vierbeiner seinem Jagdtrieb folgt und ein Reh wildert, oder beim Spaziergang einem Radfahrer in die Quere kommt – wie alle Tiere sind auch Hunde letztendlich unberechenbar. Man stelle sich vor, dass der Hund beim Aussteigen am Rastplatz auf die Autobahn läuft und dort einen Auffahrunfall verursacht. Selbst wenn niemand verletzt werden sollte, entstehen erhebliche Reparaturkosten. Deshalb muss man vor Abschluss der Versicherungspolice überlegen, welche Höchstbeträge die Hundehaftpflicht abdecken soll. Schließlich sind bei Personenschäden hohe Folgekosten durch Klinikaufenthalt, Reha-Maßnahmen und Schmerzensgeldforderungen zu erwarten. Eine Deckungssumme von 3 Millionen ist da keineswegs zu hoch angesetzt. Wer den Versicherungsbeitrag möglichst gering halten will, kann dies durch Selbstbeteiligung bei kleineren Sachschäden tun. Wichtig ist auf etwaige Ausschlussklauseln zu achten. So zahlt manche Versicherung nur dann, wenn der Hund angeleint war oder die Maulkorbverordnung beachtet wurde. Für als gefährlich eingestufte Rassen werden in der Regel höhere Beiträge für die Hundehaftpflicht erhoben. Zudem müssen Kampfhunde in Brandenburg, Sachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zwingend versichert sein.

Einen Vergleich von Hundehaftpflichtversicherungen finden Sie hier:

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3 Kommentare

  1. Eine Ergänzung Ihres informativen Beitrags ist, dass bis Juni 2009 für bestimmte Hunderassen mit höherer Gefährlichkeit (sogenannte „Kampfhunde“) gesonderte höhere Prämien für die Hundehaftpflichtversicherung verlangt wurden. Zu diesen Rassen gehörten beispielsweise die Bulldogge, der Dobermann, der Rottweiler und der Rhodesian Ridgeback.

    Seit dem 1. Juli 2009 ist es zumindestens bei einigen Versicherern möglich alle Hunderassen zu einem einheitlichen Tarif ohne Rassenunterscheidung zu versichern.

    Denn durch die verschärften gesetzlichen Bestimmungen ist das Gefährdungspotential rückläufig. Wesensprüfung sowie Leinen- und Maulkorbzwang haben unter anderem erheblich dazu beigetragen, die Sicherheit zu erhöhen. Weiterhin ist ein erhöhtes Gefährdungspotential durch diese Listenhunde wissenschaftlich nicht erwiesen! Vielmehr ist in der wissenschaftlichen Literatur häufiger die Argumentation zu finden, dass aufgrund der Rassezugehörigkeit keine Voraussage des Auftretens aggressiven Verhaltens möglich ist.

    Eine bestätigende Statistik findet sich in der Berliner Beißstatistik (siehe Tagesspiegel vom 30.3.2011): http://www.tagesspiegel.de/berlin/mehr-als-600-menschen-durch-hunde-verletzt/4002278.html

    Darüber hinaus hat auch Niedersachsen die Hundehaftpflicht mittlererweile zur Pflichtversicherung für Hundehalter beschlossen (NDR.de vom 25.5.2011): http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hundegesetz113.html

    Viele Grüße,
    Lennart

  2. Darüberhinaus ist es überlegenswert, die Hundehaftpflichtversicherung mit einer Hundekrankenversicherung oder einer Hunde-Op Versicherung zu kombinieren – doppelte Sicherheit für den Hundehalter. So eine Versicherung kommt übrigens auch zum Tragen, wenn der eigene Hund von einem unversicherten Hund gebissen wird, was leider noch allzu häufig vorkommt, auch wenn es eigentlich Pflicht ist, diese Versicherung abzuschliessen.

  3. Ganz wichtig ist eine Forderungsausfalldeckung, denn noch immer sind in Deutschland viele Hundebesitzer ohne Hundehaftpflichtversicherung. Richtet ein „Unversicherter“ bei Ihnen einen Schaden an, bleiben Sie auf dem sitzen. Oder eine Forderungsausfalldeckung in der Hundehaftpflichtversicherung reguliert diese Fremdschäden!

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