Du bist hier: Startseite » Recht » Den Hund als Pfand beim Tierarzt?

Den Hund als Pfand beim Tierarzt?

Tierärzte und Tierkliniken verweigern mittlerweile immer wieder die Rückgabe behandelter Tiere an ihre Besitzer. Manche Tierhalter kommen in die missliche Lage und können die Rechnung für die Behandlung ihres Tieres nicht mehr bezahlen. Die Ärzte geben das Tier erst dann wieder an den Halter zurück, bis die Rechnung vollständig beglichen ist. Tiere sind gemäß § 90a BGB keine Sachen, also: Darf ein Tierarzt das?

In der Vergangenheit wurde von den Gerichten unterschiedlich entschieden. Das Amtsgericht Duisburg hat ein Zurückbehaltungsrecht an einem Hund generell verneint, da mittlerweile anerkannt´ist, dass Hunde stark auf eine Person fixiert sind und eine Trennung seelische und körperliche Schmerzen hervorrufen kann. Das Landgericht Mainz sah die Sache differenzierter und bejaht grundsätzlich ein Zurückbehaltungsrecht an einem Tier im Einzelfall, wenn das Tier durch die Trennung von seinem Herrchen oder Frauchen nicht gequält würde.

Doch selbst wenn man als Tierhalter vor Gericht Recht bekommt und der Tierarzt den Hund herausgeben muss, ist dieser Gang zum Gericht mit Kosten verbunden und dauert mehrere Tage. Und die Rechnung muss anschließend trotzdem bezahlt werden…

Wenn man als Tierhalter also in so eine Lage kommen sollte und die Rechnung nicht begleichen kann, sprechen Sie Ihren Tierarzt vor der Behandlung Ihres Tieres darauf an, fragen Sie nach den Kosten und ob es möglich ist, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Ann-Kathrin Fries, Rechtsanwältin für Tierrecht meint: „Auch wenn es eine unangenehme Situation ist, sprechen Sie Ihre finanzielle Lage vor der Behandlung offen an, um nicht nur unnötigen Streit und Gerichtskosten, sondern auch ein mögliches Strafverfahren zu vermeiden, ganz zu schweigen von der Situation des Hundes, der bis zur Entscheidung des Gerichts in der Praxis sehnsüchtig auf Sie wartet“.

Quelle: TASSO

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *

*

Scroll To Top