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Reinrassig = gesund? Das Geschäft mit kranken Hunden

Gestern bei stern TV lief ein Bericht über das Geschäft mit kranken Hunden, welcher zum Nachdenken anregen sollte.

In Deutschland leben rund 5,3 Millionen Hunde – 70 Prozent gelten als reinrassig. Doch sind reinrassige Hunde auch immer gesund? Leider nein. Tierärzte stellen immer häufiger Erbkrankheiten bei Rassehunden fest. Etwa 40 Prozent aller großen „Modehunde“ leiden an solchen Erbkrankheiten. Zum Beispiel beim Labrador, Golden Retriever oder dem Berner Sennenhund kommt häufig eine schwere, schmerzhafte Hüft- oder Ellenbogengelenk-Dysplasie vor. Terrier haben Epilepsie, viele Dalmatinerwelpen kommen taub auf die Welt und Möpse leiden an chronischer Atemnot.

In Deutschland werden etwa 500.000 Hundewelpen zum Kauf angeboten. Und viele von ihnen sind krank. Unseriöse Hundezüchter setzen wissentlich kranke Tiere zur Zucht ein und verschlimmern so das Problem der Erbkrankheiten. Auch gefälschte Papiere werden dabei benutzt. Den neuen Besitzern der kranken Hunde bleibt dann meist nur, ihre Hunde einschläfern zu lassen.

Der Leidensweg von Silke Derichs Hund Ovid ist ein Beispiel. Der Cavalier King Charles Spaniel „Ovid“ begann, sich immer öfter am Kopf zu kratzen und rieb sich fast pausenlos an Teppichen und Möbelstücken. Auch Lähmungserscheinungen traten bei dem Hund auf. Als Silke Derichs mit ihrem Hund zum Tierarzt ging, stellte dieser fest, dass Ovid an einer Fehlbildung des Schädels leidet, was als eine Folge einer Erberkrankung ist – das Ergebnis jahrzehntelanger Überzüchtung.

Hier sind ein paar Punkte, auf die man achten sollte, wenn man sich mit dem Gedanken des Hundekaufes beschäftigt:

  • Kaufen Sie einen Hund niemals aus Mitleid oder spontan, denn so unterstützen Sie vielleicht den unseriösen Welpenhandel.
  • Vorsicht bei Zeitungsinseraten und Internetangeboten, wenn der Züchter dort gleichzeitig verschiedene Rassen anbietet, denn es könnte ein Hundevermehrer sein.
  • Besuchen Sie den Züchter mehrmals während der Aufzucht der Welpen, vielleicht auch mal unangekündigt.
  • Werden Sie vom Züchter umfassend und seriös beraten?
  • Machen die Umgebung und die Zuchtanlage einen guten und gepflegten Eindruck?
  • Erkundigt sich der Züchter nach Ihren Lebensverhältnissen und den Haltungsbedingungen für den Welpen?
  • Ist der Welpe bei der Abgabe mindestens acht Wochen alt, geimpft, entwurmt und eindeutig gekennzeichnet (Mikrochip oder Tätowierung)? Lassen Sie sich beim Kauf eines Rassehundes entsprechende Nachweise und Papiere vor dem Kauf vorlegen.
  • Ist der Welpe gesund und munter und lebhaft?
  • Sind die Welpen auf Menschen geprägt, kommen Sie Ihnen freudig entgegen und sind nicht scheu?
  • Reagieren die Welpen positiv auf den Züchter?
  • Ist die Mutterhündin in der Nähe und können Sie sich diese anschauen?

Doch auch beim Kauf von Mischlingswelpen ist größte Vorsicht geboten! Über Zeitungsanzeigen und mittlerweile besonders über das Internet erreichen unseriösen Händler ihre gutgläubigen Kunden. Die kleinen Welpen werden in Pappkartons oder aus dem Kofferraum verkauft. Auf Parkplätzen, Tankstellen und Wochenmärkten werden die Welpen unter anderem aus Osteuropa zu Schnäppchenpreisen angeboten. Die nur wenige Wochen alten Welpen wurden viel zu früh von der Mutter getrennt. Die so wichtige Prägephase haben sie nicht bei ihrer Familie, sondern bei lieblosen Händlern verbracht. Sie sind oft halb verhungert, häufig krank und ohne die notwendigen Impfungen versorgt worden. Geltendes Tierschutzrecht und tierseuchenrechtliche Bestimmungen sind den skrupellosen Händlern dabei vollkommen egal. Die Einschleppung gefährlicher Seuchen, wie beispielsweise Parvovirose, Staupe oder Herzwürmer nehmen sie billigend in Kauf.

Lassen Sie sich Zeit beim Hundekauf und informieren Sie sich gründlich. Ob Rassehund oder Mischling. Für Ihre gemeinsame Zukunft wird dies ausschlaggebend sein.

Auf der Internetseite des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie weitere, interessante Informationen zum Thema www.tierschutzbund.de

Quelle: stern TV , TASSO, Ratgeberbox

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

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