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„Sitz“ – aber bitte mit Freude

Viele Hundebesitzer kennen es noch von früher… Der Hund soll sitzen? Kein Problem. Es wird einmal kräftig an der Leine nach oben geruckt oder mit der Hand den Hintern nach unten gedrückt. Aber diese Methoden sollten heutzutage wirklich der Vergangenheit angehören!

Das Thema Lernverhalten von Hunden wurde (und wird noch immer) so umfangreich erforscht, dass man heutzutage weiß, dass ein Hund niemals freudig Sitz machen wird, wenn sein Po dabei immer wieder auf dem Boden gedrückt wird und er überhaupt keine Chance hat eine Idee zu entwickeln, was der Mensch von ihm möchte. Vom Leinenruck nach oben ganz zu schweigen… Denn dieser Leinenruck verursacht Schmerz und kein Lebewesen kann seine Fähigkeiten unter Schmerzen entwickeln. Kein Kind wird gern in die Schule gehen, wenn der Lehrer noch altertümliche Erziehungsmethoden mit dem Rohrstock anwendet. Hunde sind Lebewesen und haben ein Recht auf Respekt.

Außerdem wird der Hund die Hand, die den Po auf den Boden drückt oder den Leinenruck, die ihn zwingt sich hin zu setzen, mit verknüpfen. Bedeutet, dass der Hund niemals selbstständig Sitz machen kann, wenn der Mensch nicht an der Leine ruckt oder ihn runter drückt. Ein Sitz auf Entfernung ist so schon gar nicht möglich, weil der Mensch aus der Ferne nicht den Hintern des Hundes runterdrücken kann…

Aber wie macht man es denn richtig?

Nehmen Sie sich ein Leckerlie in die Hand und halten Sie es Ihrem Hund vor die Nase. Locken Sie Ihren Vierbeiner dann mit dem Leckerlie in Ihrer Hand über seinen Kopf gerade von Ihnen weg nach hinten. Mit ein bisschen Feingefühl werden Sie Ihren Hund so in die Sitz Position locken können. In dem Moment wo der Hund auf seinem Po sitzt, und nur in diesem, sagen Sie Ihr Hörzeichen „Sitz“, geben ihm das Leckerlie und lösen die Übung auf. So einfach ist es! Mit der Zeit können Sie die Dauer des Sitz verlängern. Aber gehen Sie mit kleinen Schritten vor! Ein Welpe kann sich noch nicht lange konzentrieren und ein großer Hund muss ebenfalls erst lernen, was Sie von ihm möchten. Sie müssen Ihren Hund natürlich nicht ein Leben lang mit einem Leckerlie über die Nase ins Sitz locken. Aber so lange er es nicht wirklich sicher verstanden hat schon. Später können Sie Ihrem Hund fürs Sitz Belohnen, also nach der Übung das Leckerlie geben. Aber eine Belohnung, wie auch immer diese für Ihren Hund interessant ist (Spiel, Leckerlie,…), muss folgen. Sie arbeiten ja schließlich auch nicht komplett ohne Motivation

Geben Sie Ihrem Hund die Chance, Freunde am Sitz-Training mit Ihnen zu haben! Fördern Sie das Köpfchen Ihres Vierbeiners hundgerecht und nicht mit furchtbaren Erziehungsmethoden aus der Steinzeit…

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

Ein Kommentar

  1. Ein sehr guter Beitrag, den sich hoffentlich viele Neuhundebesitzer durchlesen, bevor sie an ihrem Hund rumerziehen. Schön das auch die psychologische Komponente mal erwähnt wird.

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