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„Wie Hund und Katz“ – Das Zusammenleben von Hund und Katze

Viele denken, dass es unmöglich ist seinen Hund mit einer Katze in einem Haushalt zu halten. Viele Katzenbesitzer verzichten auf den Wunsch, sich einen Hund anzuschaffen, weil sie denken, dass Hund und Katze nicht miteinander auskommen. Aber warum wird das gedacht? Leben doch diese Vierbeiner schon seit vielen tausend Jahren nebeneinander. Hunde begleiten die Menschen schon seit sehr langer Zeit beim Jagen oder bewachen den Hof. Katzen waren als Rattenfänger hoch angesehen und somit ergab sich ein Zusammenleben automatisch. Doch natürlich lief auch damals nicht alles ohne Missverständnisse zwischen Hund und Katze ab… doch warum gestaltet sich das Zusammenleben von Hund und Katze oft als schwiegig?

Zuerst einmal muss man die Körpersprache beider Lebewesen näher betrachten… Ein Hund wedelt mit der Rute wenn er sich freut (Achtung: Schwanzwedeln kann vielerlei Gefühle eines Hundes zum Ausdruck bringen). Bei einer Katze bedeutet das Hin- und Herbewegen ihres Schwanzes, dass ihr Gegenüber sich besser in Acht nehmen sollte. Da haben wir bereits das erste Missverständnis. Der Hund denkt wenn er eine mit dem Schwanz wedelnde Katze sieht „Oh super, du bist nett – lass uns toben!“. Eine Katze interpretiert das Wedeln der Rute des Hundes eher mit „dem komm ich lieber nicht zu nahe – sonst bekomme ich Ärger!“. Wenn Hunde nun auf das Schwanzwedeln der Katze mit einer Spielaufforderung reagieren, werden sie sehr wahrscheinlich Bekanntschaft mit Katzenkrallen machen. 

Ein weiterer Punkt in der Körpersprache ist das Anschauen… der starre Blick einer Katze kann einen Hund sehr verunsichern oder ihm sogar drohen. Hunde sind es gewohnt, ihr Gegenüber durch Blickabwenden zu signalisieren, dass sie keinen Ärgern möchten. Katzen sehen das anders… 

Wiederum lernen beide schnell wie sie sich aus dem Weg gehen können und wie sie ihr Gegenüber einschätzen sollten. Wichtig dabei ist, dass Hund und Katze Rückzugsmöglichkeiten haben, wo sie ungestört sein können. Am Einfachsten ist es für beide, wenn sie bereits von Babyalter an zusammen aufwachsen. Aus so etwas kann sich eine große Hund-Katze-Liebe entwickeln! Wenn sie von Klein auf miteinander groß werden, gehört jeweils der andere zu ihrem Leben dazu. Sie lernen von Anfang an einander zu respektieren. So aufgewachsen wird es keine Probleme zwischen Hund und Katze geben. Doch kann man auch ein Zusammenleben von bereits ausgewachsenen Hunden und Katzen möglich machen. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, was die Tiere bereits für Erfahrungen mit dem jeweils anderen gemacht hat. Wurde ein Hund häufiger von einer Katze mit den Krallen erwischt, wird er einer Katze zunächst skeptisch gegenüber treten. Oder ist er vielleicht durch und durch ein Jagdhund, der auch in der Wohnung die Katze von einer Ecke in die Andere jagt? Dabei sollte man aber bedenken, dass nicht jeder Hund, der draußen weglaufenden Katzen hinterher jagt auch in der Wohnung kein Stopp kennt. Denn meistens hat das Jagdverhalten von Hunden damit zu tun, dass sich die Beute bewegt und vor dem Hund weg rennt. Das weckt den Jagdtrieb des Hundes. Katzen die auf dem Bürgersteig stehen bleiben, werden bei den meisten Hunden ein äußerst verdutztes Gesicht zurücklassen. Denn mit stehenden Katzen, die einfach nicht weg laufen wollen, können viele Hunde nichts anfangen. Doch das ist natürlich nicht bei allen Hunden so.

Also wenn Sie bereits eine Katze im Haushalt haben und überlegen, einen Hund in Ihre Familie aufzunehmen, informieren  Sie sich über den Hund. Über seine Vergangenheit, seine Erfahrungen mit Katzen. Aber ob Welpe, Jundhund oder ausgewachsen… achten Sie daraus, dass das Kennenlernen von Hund und Katze ohne Stress abläuft. Achten Sie darauf, dass jeder Vierbeiner eine Möglichkeit hat, sich zurück zu ziehen. Lassen Sie den Beiden Zeit, sich kennenzulernen und versuchen Sie nichts  zu erzwingen. Denn wenn sich einer der Beiden unter Druck gesetzt fühlt, wird er sein Gegenüber bestimmt eher als Belastung ansehen und ihn nicht gut akzeptieren.

Lassen Sie sich Zeit und seien Sie aufmerksam! Es gibt viele Hund-Katz-Freundschaften, die gemeinsam durch „dick und dünn“ gehen und die das Sprichwort „wie Hund und Katz“ über Bord werfen…!

Auf der anderen Seite gibt es auch Hunde, die überhaupt nicht mit Katzen zurecht kommen. Wenn Sie zum Beispiel vorhaben, sich einen Hund aus dem Tierheim zu holen und bereits eine Katze zu hause haben, erkundigen Sie sich genau, ob ein Zusammenleben überhaupt möglich ist.

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

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