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Hundehaltung – darf es etwas mehr sein?

Der Gedanke, einen Zweithund aufzunehmen, kommt einem Hundebesitzer sicher ab und zu in den Kopf. Und mit mehreren Hunden zu leben hat für beide Seite definitiv Vorteile. Aber sollte man vor der Anschaffung eines zweiten Hundes ein paar Dinge beachten…

Jeder Hund ist ein Individuum, jeder Hund hat unterschiedliche Ansprüche und Spaß an verschiedenen Dingen. Ich muss mir bei der Anschaffung eines zweiten Hundes darüber im Klaren sein, dass ich zeitlich zwei Hunde glücklich machen muss. Der eine mag Ballspielen, der andere lieber Suchspiele. Einer liebt es, neben dem Fahrrad her zu spurten, der andere findet das nur langweilig. Der eine ist sehr verspielt und findet immer einen Spielkameraden auf der Hundewiese, der andere möchte lieber was mit seinem Besitzer spielen. Man muss in der Lage sein, beiden Hunden und ihren Ansprüchen gerecht zu werden.

Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die Hunde mit Bewegungsdrang und Eigenschaften zusammen passen. Ein Mops eignet sich eher nicht als perfekte Ergänzung zu einem lauffreudigen Dobermann – nur als Beispiel. Hat man einen geeigneten „Kandidaten“ gefunden, bietet es sich an, wenn möglich, den Hund zur Probe mit auf Spaziergänge zu nehmen. Hier kann man bereits sehen, für was er sich interessiert und ob sich die Hunde verstehen.

„Die können sich dann so schön miteinander beschäftigen“. Richtig, einen ständigen Kumpel als Spielkameraden an seiner Seite zu haben ist schön – für Hund und Halter. Der Hund kann ständig mit einem Artgenossen kommunizieren und der Mensch kann zuschauen, wie schön die Hunde miteinander spielen. Doch beschäftigt man sich nicht weiterhin mit jedem Hund einzeln nach seinen Bedürfnissen, wird der Mensch schnell uninteressant und die Hunde starten ihr „eigenes Ding“. Bei zwei Hunden muss die Kommunikation zwischen Mensch und Hund außerordentlich gut sein, denn sonst hat man zum Beispiel bei zwei jagenden, sich gegenseitig anstachelnden Vierbeiner als hinterherrufender Mensch kaum eine Chance. Die Kommunikation muss bereits beim ersten Hund sehr gut funktionieren, sonst verdoppeln sich manche Probleme anstatt dass sie, wie gewünscht, besser werden.

„Wenn ein zweiter Hund im Haushalt lebt, ist mein Hund nicht so einsam wenn ich ihn mal alleine lasse“. Gut, das stimmt. Aber stört es meinem Hund überhaupt, dass er alleine ist? Oder ist es eher mein Gewissen, was ich damit etwas beruhigen würde? Würde die Gesellschaft eines weiteren Hundes ihm die Einsamkeit nehmen? Oder will mein Hund eigentlich nur, dass ich wieder nach Hause komme? Also, möchte mein Hund überhaupt Gesellschaft, oder ist er eher ein Einzelgänger der gerne seine Ruhe hat?

Wer ist bereit, sich um zwei Hunde zu kümmern, wenn ich mal nicht in der Lage sein sollte, meine Vierbeiner zu versorgen? Fahre ich gerne in den Urlaub? Wie könnten meine Urlaube mit zwei Hunden zukünftig aussehen?

Das sind viele Fragen und Punkte, die mir zu dem Thema einfallen. Aber sollte man sich dann lieber gegen einen zweiten Hund entscheiden?

Das kommt drauf an…

Es gibt natürlich auch viele schöne Momente, die man mit zwei Hunden genießen kann. Vielleicht werden sie ganz dicke Kumpels und teilen sich ein Körbchen, egal wie klein es ist. Sie kuscheln gemeinsam auf der Couch und knabbern sich liebevoll an den Ohren. Sie wetzen über die Wiesen und toben ausgelassen ohne Mißverständnisse, weil sie sich in und auswendig kennen. Sie teilen sich die Buddelstelle am Strand, weil man gemeinsam einfach mehr erreicht….

Es hat Vor- und Nachteile, einen zweiten Hund im Haushalt an seiner Seite zu haben. Wichtig ist, dass man sich über alle Punkte im Klaren ist und die Entscheidung, einen Zweithund in den Haushalt zu holen, nicht leichtfertig trifft. Dann steht einer gemeinsamen, entspannten und glücklichen Zukunft nichts im Wege!

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

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