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Geräuschängste bei Hunden

Ängste sind sehr einschränkend für einen Hund. Ein Training, Geräuschängste zu therapieren, benötigt viel Geduld, Zeit und Einfühlungsvermögen von Seiten des Besitzers. Jetzt, kurz vor Sylvester, gehören wohl die Geräuschängste zu den am häufigsten angesprochenen…. Aber wie entstehen diese?

Hunde erleben unsere Umwelt anders als wir Menschen. Sie nehmen viel mehr von ihr wahr, dadurch dass ihre Sinnesorgane viel weiter ausgeprägt sind als die des Menschen. Wir wissen, was uns unsere Umwelt zu bieten hat, können Geräusche einordnen und wissen, dass wir uns vor diesen nicht fürchten müssen. Vor den meisten jedenfalls… Denn wer von uns ist nicht schon einmal nach einem Donnerschlag hoch geschreckt? Wir wissen, dass es „nur“ ein Gewitter ist. Hunde nicht… Sie nehmen die elektrischen Spannungen, die ein Gewitter erzeugt, sehr fein wahr. Sie hören das Donnern viel, viel lauter als wir. Und wenn uns unwohl ist, wenn es blitzt und donnert, bekommt unser Hund unsere Ängste mit. Er merkt, dass es uns nicht gut geht und verknüpft sehr schnell: Frauchen/Herrchen geht es bei diesen Blitzen und Donnern nicht gut. Also muss ein Gewitter etwas Schlimmes sein! Wie eigentlich fast immer in der Hundeerziehung, hat das Verhalten unseres Hundes mit den Besitzern zu tun. Unser Verhalten und unsere Emotionen übertragen sich auf den Hund. Es hilft dabei nicht, wenn wir versuchen cool zu bleiben und versuchen, uns nach außen hin nichts anmerken zu lassen. Ein Hund nimmt unseren Pulsschlag wahr. Er riecht unsere Ausdünstungen und kann daran erkennen, wie es uns gerade geht. Ob wir Angst haben, ob wir verärgert sind… Um dem Hund unsere Angst nicht zu zeigen, müssten wir in der Lage sein unseren Herzschlag zu kontrollieren. Jeder, der das schon einmal versucht hat, weiß, wie schwer das in einer Angst auslösenden Situation sein kann.

Viele Ängste resultieren auf Grund von mangelnder Erfahrung. Wird ein Hund im Welpenalter nicht mit vielen verschiedenen Geräuschreizen konfrontiert und wird jeglicher Lärm von ihm ferngehalten, wird er als erwachsener Hund kaum in der Lage sein, lautere Geräusche einzuordnen und wird sehr wahrscheinlich Geräuschängste entwickeln. Das bedeutet nicht, dass man neben seinem Welpen mit einem Klapperkasten herlaufen soll! Auf keinen Fall! Man kann aber schon im Welpenalter beginnen, Geräuschängsten entgegen zu wirken! Es gibt Geräusch-CDs, die die verschiedensten, für einen Hund durchaus merkwürdigen, Geräusche beinhalten. Sirenen, Feuerwerk, Verkehrslärm,… Diese kann man in der Wohnung ganz leise, kaum wahrnehmbar, im Hintergrund laufen lassen. Sinnvoll ist es, wenn man diese CD bei Dingen anschaltet, die der Hund als schön und angenehm empfindet! Bei einem Spiel mit Ihnen, beim Fressen. Wichtig ist, dass die Lautstärke so geregelt wird, dass der Hund auf die Geräusche nicht – oder höchstens entspannt reagiert. Die Geräusche dürfen nur minimal und auf einem längeren Zeitraum gesehen lauter gestellt werden. Dies ist wichtig, da der Hund sonst genau das Gegenteil empfindet! Wenn man die CD zu schnell, zu laut stellt, wird der Hund sich erschrecken und Ängste entwickeln.

Angst äußert sich durch viele Verhaltensweisen. Hier ein paar Beispiele:

– Hunde versuchen vor dem Geräusch „wegzurennen“
– Sie versuchen unter dem Geräusch „durchzulaufen“
– Sie erstarren und sind nicht mehr ansprechbar
– Sie hüpfen an uns hoch und versuchen sich so der Angst zu entziehen
– Sie nehmen kein Futter mehr an

Ein Hund der bereits Geräuschängste entwickelt hat, ist sehr schwer zu therapieren. Es bedarf sehr viel Geduld und noch besseres Timing… Zu dem ist es für den Hund sehr einschränkend in seinem Alltag. Er ist nicht frei! Für einen glücklichen Vierbeiner, lohnt es sich auf jeden Fall daran zu arbeiten!

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

6 Kommentare

  1. Liebe Nina,

    hätten Sie eventuell eine Empfehlung für mich? Ich nehme meine 14-jährige Jack-Russell-Terrier-Hünding täglich mit ins Büro. Bis wir vor 3 Wochen einen irrsinnig lauten Feueralarm hatten, fühlte sich sich sehr wohl. Seitdem (sie rannte nervös durch die Räume, ich griff sie – wohl etwas zu hektisch – udn trug sie nach draußen) würde sie das Bürogebäude am liebsten nicht mehr betreten: Den Schwanz eingezogen, die Ohren angelegt, rennt sie zitternd förmlich über den Gang, um in mein Büro zu gelangen und den gesamten Tag unter dem Tisch zu meinen Füßen liegen zu bleiben (und manchmal zu schlafen). Leider weiß ich mir nicht zu helfen – ein solcher Alarm lässt sich schwer nachstellen, zumal mit geringerer Intensität (und im Büro, wo ich zu arbeiten habe).

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie einen Tipp hätten.

    Vielen Dank!

  1. […] um den Hunden die Geräuschängste zu nehmen bleibt nicht mehr. Deshalb gehen Sie in dieser Zeit am Besten dann mit Ihrem Hund […]

  2. Sylvester – für viele Hunde die schlimmste Zeit des Jahres » Hütehunde sagt:

    […] um den Hunden die Geräuschängste zu nehmen bleibt nicht mehr. Deshalb gehen Sie in dieser Zeit am Besten dann mit Ihrem Hund […]

  3. […] bellen auch aus Angst oder Unsicherheit. Bestätige Deinen Hund in diesen Situationen nicht und versuche ihn nicht durch […]

  4. Sylvesterknallerei – Thundershirt hilft gegen Angst bei Hunden » Hunde Blog sagt:

    […] auch auf den Jahreswechsel freuen, bleibt doch ein bitterer Beigeschmack… Jeder, dessen Hund an Geräuschangst leidet, graut schon vor der lauten Knallerei. Man fühlt sich hilflos und kann irgendwie nichts […]

  5. Silvesterknallerei – Thundershirt hilft gegen Angst bei Hunden » Hunde Blog sagt:

    […] auch auf den Jahreswechsel freuen, bleibt doch ein bitterer Beigeschmack… Jeder, dessen Hund an Geräuschangst leidet, graut schon vor der lauten Knallerei. Man fühlt sich hilflos und kann irgendwie nichts […]

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