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Gastbeitrag von Angela Dolma (Dog´s Academy Wedel) zum Thema: Aktion „Tausche Stachelhalsband gegen Training“ Ein Massenaufruf gegen Gewalt im Hundetraining!

Gewalt im Hundetraining sollte heute nicht mehr nötig sein. Erfahrene und gut ausgebildete Hundetrainer verfügen inzwischen über ein großes Wissen u.a. zum Lernverhalten beim Hund. Auch kennen sie eine Vielzahl von Trainingstechniken.  Gewaltfreies Hundetraining sollte deshalb inzwischen die Normalität sein. Leider ist dieses noch lange nicht der Fall.

Etliche Brutalitäten an Hunden stammen noch aus Zeiten der längst überholten Dominanztheorie sowie aus Zeiten, in denen man dachte,  Hunde hätten keine Gefühle.

Bei der Aktion „Tausche Stachelhalsband gegen Training“ geht es deshalb zum einen darum, dass eine Petition bei den gesetzgebenden Gremien  eingereicht wurde, um ein Verbot des Verkaufs, Ankaufs sowie des Einsatzes von Stachelhalsbändern zu erwirken.

Zum anderen haben sich neben der Dog´s Academy Wedel deutschlandweit und sogar darüber hinaus (Österreich, Luxemburg, Schweiz und Slowenien)  über 500 Hundeschulen zusammengeschlossen, die gegen Abgabe des Stachel- oder auch Würgehalsbandes eine Einzelstunde anbieten.

In dieser Einzelstunde geht es darum, den Hundehalter über die immensen Risiken solcher Erziehungshilfsmittel aufzuklären und diesem gewaltfreie Wege des Hundetrainings aufzuzeigen. Die Problematik, weshalb ein Stachelhalsband angeschafft wurde, wird gemeinsam mit dem Hundehalter neu auftrainiert und dem Hundehalter so ein gewaltfreier Weg aufgezeigt.

Die Risiken von Stachelhalsbändern bzw. seiner Abwandlungen sind groß.

Nachgewiesene körperliche Schäden:

  • Durchstechen der Haut oder der Luftröhre
  • Quetschungen von Kehlkopf, Schilddrüse, HalsarterieN
  • Traumatisierung der Hals- und Rückenwirbelsäule
  • Erhöhung des Augeninndrucks
  • Erhöhtes Risiko von Glaukomen
  • Beeinträchtigung des Bindegewebes, ausgehend von der Halswirbelsäule bis zur Hinterhand
  • Widernatürliche Hals- und Kopfhaltung mit dauerhafter Schädigung des Bewegungsapparates

Nachgewiesene seelische Leiden sind:

  • Schmerzinduziertes Angst- oder Aggressionsverhalten
  • Erhöhter Cortisolspiegel durch den Stressor „Schmerz“
  • Schilddrüsenunterfunktion durch Dauerstress
  • Hoher Erregungslevel mit größerer Anfälligkeit zu Meide-, Angst- oder Aggressionsverhalten
  • Fehlverknüpfungen von Schmerz und Umwelt mit erhöhtem Angst– oder Aggressionsreaktionen
  • “Schmerzflucht“ mit Bewegungstendenz nach vorne, mit der Konsequenz, dass Schmerz zunimmt, was intensivere Fluchtmotivation und Panik nach sich zieht

Die Idee, diese äußerst wichtige Aktion im Sinne des Tierschutzes zu starten, hatte Sonja Meiburg (Hundeschule Holledau). Sie holte sich zudem noch Tina Müller (FreundschaftHund – gemeinsam durchs Leben, Trainingszentrum und Verhaltens-praxis Bremen) sowie Carmen Trautmann (Hundetraining Hunterbunt, Wegberg) und Heike Hillebrand (hillebrand hilft hundehaltern, Mobile Hundeschule & Verhaltenspraxis) ins Boot. 

Es wurden insgesamt 50.113 Unterschriften gesammelt!!!

Ganz nebenbei bemerkt sollte sich jeder Hundehalter darüber im Klaren sein,  dass es laut § 3 Nr. 5 des Tierschutzgesetzes verboten ist, „ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.“ Hier handelt es sich um ein Gesetz und nicht um eine Verordnung, was bedeutet, dass Verstöße mit hohen Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren geahndet werden können. Aber muss es erst soweit kommen?

Es ist doch so einfach, einen Hund mit Verständnis, Liebe und Geduld auszubilden! Machen Sie mit und vereinbaren Sie eine Einzelstunde! 

Angela Dolma

Ihre Angela Dolma
Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin IHK/BHV e.V. mit Zertifikat
Dogs Academy Wedel

 

 

 

 

 Quellen körperliche Schäden:

  • Studie Dr.Anders Hallgren Neck-Throat-Cervical-Injuries Caused by Pulling and Jerks on Flat Buckles (1991)/ Rückenprobleme beim Hund animal learn Verlag (2003)
  • Studie amerikanischer Tierärzte Pressure by a Collar or Harness on Intraocular Pressure in Dogs. In: Journal of the American Animal Hospital Association 42:207-211 (2006)

Quellen psychische Leiden:

  • Panksepp, J. Affective Neuroscience: The Foundations of Human and Animal Emotions (Series in Affective Science) (Oxford University Press, USA, 2004)
  • Dissertation Imke Böhm, TiHo Hannover (2009) Vergleich der Stressauswirkungen anhand von Speichelcortisolwerten und Lerneffekte von drei Ausbildungsmethoden bei Polizeidiensthunden
  • Dissertation Andrea Böttjer, TiHo Hannover (2003) Untersuchungen von fünf Hunderassen und einem Hundetypus im innerartlichen Kontakt des Wesenstestes nach den Richtlinien des Niedersächsischen Gefahrtier-Verordnung vom 5.7.2000
  • „Vorwort von Jane Goodall zu Marc Bekoff „Das Gefühlsleben der Tiere“ (2008, animal learn Verlag)

Diese Quellenangaben wurden von mir nicht zusätzlich persönlich überprüft.

 

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

2 Kommentare

  1. Ich kann diese Hundeschule sehr empfehlen!

  2. Nicole Storjohann

    Eine Wirklich tolle Hundeschule,
    wirklich gute Trainer!

    Wer hier hingeht, tut das richtige, egal ob mit seinem Welpen oder mit einem Problemhund.

    Wer hilfe sucht oder Spass haben möchte (Agility, Longieren, Nasenarbeit) der ist hier richtig!

    Wer seinen Hund liebt, geht zu Angela Dolma.

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