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Der Welpe beim Tierarzt

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Betritt man als Hundebesitzer das Wartezimmer einer Tierarztpraxis, sieht man meistens verängstigte Hunde, die hechelnd unter den Besucherstühlen liegen und deren Besitzer, die meist falsch reagieren und versuchen, Ihren Hunden durch Streicheln und gutem Zureden die Angst zu nehmen.

Ein Tierarztbesuch bedeutet für viele Hunde purer Stress und Angst. Nicht immer verläuft ein Tierarztbesuch für unseren Vierbeiner schmerzfrei. Hinzu kommen die vielen verschiedenen Gerüche, die wir als Mensch schon als unangenehm empfinden – was muss der Hund mit seiner feinen Nase dann alles in diesen fremden Gerüchen wahrnehmen? Es ist also ohne die Erfahrung von Spritzen bereits unangenehm für unseren Hund.

Wenn Sie Ihren Welpen mit ca. 8 Wochen vom Züchter abholen ist er bereits geimpft und die nächste Impfung steht erst in ein paar Wochen an. Nutzen Sie die Zeit der Sozialisierung (8. bis 16. Woche), um Ihrem Hund zu zeigen, dass der Besuch beim Tierarzt durchaus positiv sein kann! Haben Sie einen Tierarzt in Ihrer Nähe gefunden, statten Sie ihm doch mal einen Besuch ab  – ohne, dass eine Impfung anliegt! Gehen Sie mit Ihrem Welpen in die Praxis und zeigen Sie ihm alles. Jeder Tierarzt wird Sie dabei unterstützen wollen. Verstecken Sie ein paar Leckerlis im Warteraum und machen Sie ein Suchspiel daraus! Oder spielen Sie sein Lieblingsspiel! Alles ist erlaubt, was dem Welpen Spaß macht. Er soll eine gute Erinnerung an die Tierarztpraxis in seinem Köpfchen behalten. Bestimmt bekommt Ihr Welpe auch von dem Tierarzt ein Leckerli – so wird er den Tierarzt gern wieder besuchen! Sprechen Sie für diesen ersten Besuch mit Ihrem Tierarzt einen Termin ab, bei dem das Wartezimmer leer ist. Sind viele verängstigte Hunde im Wartezimmer, kann das auf den Welpen einschüchtern wirken. Er merkt die Spannung, die im Raum liegt und man wird es schwer haben, diesen Raum positiv zu verknüpfen. Ein leeres Wartezimmer ist auch wichtig, da das Immunsystem Ihres Welpen noch nicht so gestärkt ist. Er könnte sich bei kranken Hunden im Wartezimmer anstecken.

Wenn ein Hund bereits Angst vor dem Tierarzt hat, muss man von vorne beginnen. Nutzen Sie die Zeit, in der Ihr Hund gesund ist und kein Tierarztbesuch nötig ist. Fahren Sie zuerst nur bis zum Parkplatz der Praxis. Machen Sie etwas Tolles mit Ihrem Hund und fahren Sie wieder nach hause. Achten Sie immer darauf, dass Ihr Hund entspannt ist. Zeigt er Anspannung, müssen Sie einen Trainingsschritt zurück gehen. Ist Ihr Hund wieder völlig entspannt wenn er vor der Tierarztpraxis steht, können Sie Richtung Eingangsbereich gehen. Spielen Sie nun ein Spiel, verstecken Sie Leckerlis,… Und fahren wieder nach Hause. Schrittweise können Sie den Bereich ausdehnen und zum Schluss auch den Tierarzt hinzu holen. Dieser kann sich ebenfalls an einem Spiel beteilen oder ein Leckerli kullern. So lernt Ihr Hund wieder, keine Angst beim Tierarzt empfinden zu müssen.

Sie müssen am Ball bleiben! Statten Sie Ihrem Tierarzt immer wieder einen Besuch ab – holen Sie sich für Ihren Hund ein Leckerli ab und fahren Sie wieder nach hause. Oder stellen Sie Ihren Hund auf die Waage und machen ein kleines Spiel daraus. Es ist enorm wichtig, dass Ihr Hund auch entspannte Erfahrungen mit dem Tierarzt sammelt und das geht nur, wenn Ihr Hund gesund ist und keine Behandlung ansteht.

Möchten Sie, dass Ihr Welpe entspannt und selbstsicher die Toren der Tierarztpraxis beschreitet? Dann nutzen Sie die Sozialisierungsphase und üben Sie den Besuch immer wieder.

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

3 Kommentare

  1. Hallo, schöne Seite:-) und tolle tipps – allerdings finde ich es schädlich, wenn der Hundekäufer schon Welpen im Alter von ca 8 Wochen vom Züchter (oder Privat) erhält. …. das ist viel zu früh! Die Welpen brauchen ihre gleichaltrigen Rudelkameraden noch einige Wochen zwecks Sozialisierung. Kein verantwortlicher Mensch sollte junge Hunde so früh abgeben, nicht einmal in ein anderes Rudel – denn da passiert genau dass, was du mit dem Gang zum Tierarzt eines ca 8-wöchigen Hundes beschreibst. Es lauern fremde Viren und andere Bakterien… Ein guter Züchter lässt seinen Tierarzt kommen, um das Risiko einzugrenzen, sich in der Praxis mit Krankheitserregern zu infizieren.
    Der Hundekäufer kann heute beeinflussen, dass der Welpe mindestens bis zur 12. Woche in seinem Herkunftsrudel verbleibt – das sollten verantwortungsvolle neue Hundebesitzer verlangen, denn es kommt der Prägephase zu gute. Niemand kann die Hundegeschwister ersetzen. Sind keine Geschwister vorhanden, übernimmt die Mutter die Rolle des Spielkameraden.
    Eine schöner Blog, Nina. Weiter so!
    Grüsse aus Teneriffa!
    Kleiner Harlekin
    Deutscher Spitz & Papillonzucht
    Hundehotel – Hundeverhaltensberatung

  2. Hallo!
    Erstmal vielen Dank für das Lob!
    Das siehst Du genau richtig! Am Besten wäre es, wenn ein Welpe bis zur 12. Woche bei seinen Geschwistern und mit seinem Rudel verbringt. Die Mutter kann den Welpen in dieser Zeit noch viel beibringen und auch die Geschwister tragen ihren Teil zur Entwicklung bei. Doch ist es auch wichtig und unerlässlich, dass in dieser Zeit die Sozialisierung auf die Umwelt beginnt. Autofahren, andere Menschen, andere Hunderassen, Kinder, Autofahren, immer wechselnde Orte für die Spaziergänge und und und und noch vieles mehr. 🙂 Ein Züchter hat oft nicht die Zeit, diese Sozialisierung für mehrere Welpen in dem nötigen Umfang zu gewährleisten. Und in so einem Fall ist es sinnvoller, den Welpen mit 8 Wochen an seine neue Familie abzugeben, so dass sich das neue Rudel um die Entwicklung des Welpen kümmert. Denn nur der soziale Kontakt zu Geschwistern und Mutter reicht in dieser wichtigen Zeit nicht mehr aus.
    Viele Grüße nach Teneriffa!
    Nina

  3. Ist es ok, wenn wir unseren Welpen dann in der 9. Woche abholen? Allerdings hat uns unser Züchter auch eingeräumt den kleinen Racker später abzuholen.Wir durften schon ab der 3. Wochen vorbeikommen und wir können unsere Maus jederzeit besuchen. Ich habe bei unserem letzten Besuch ein T-shirt dagelassen das ich eine Woche getragen habe damit Sie unseren Geruch schon mal in der Nase hat und wir später etwas vom alten Zuhause mitnehmen.

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