Bellende Hunde….
20 Mar
Autor: HundetrainerBlog.de - Kategorie: Erziehung
Hunde haben eine andere Art zu kommunizieren als wir Menschen. Unter all den feinen Signalen, mit denen Hunde kommunizieren, gibt es auch das Bellen. Ein bellender Hund kann in der heutigen Gesellschaft leicht zu Schwierigkeiten führen – vor allem dann, wenn er zu hause bellt… nicht jeder Nachbar ist erfreut über bellende Vierbeiner.
Sie bellen, um sich auszudrücken. Das ist die Erklärung. Hunde haben selbstverständlich Emotionen, die sie versuchen durch bellen auszudrücken. Sie sind freudig aufgeregt, weil sie gerade auf dem Weg zum Hundeplatz sind, sie haben Angst davor alleine zu bleiben, sie möchten Aufmerksamkeit von Ihnen, sie versuchen einen anderen Hund zum Spielen aufzufordern, sie verteidigen ihr Territorium…. diese Liste kann man fast endlos fortführen.
Zu aller erst sollte man bedenken, dass es bellfreudige Rassen gibt. Es gibt Rassen, denen durch Jahrzehnte lange Zucht das Bellen diese Eigenschaft weitervererbt wurde. Bei Wachhunden ist es sehr erwünscht, dass sie bellen und Gefahr anzeigen. Manche Jagdhunde wurde dieses Merkmal angezüchtet, damit sie Wild lautstark anzeigen können. Und nun kommen Menschen, verlieben sich in eine Rasse, ohne sich vorher Gedanken über die Merkmale und Wesenseigenschaften der Rassen zu machen und wundern sich, dass sie nun einen bellfreudigen Hund in ihrer 2-Zimmer Stadtwohnung haben und dass ihnen das auf die Nerven geht. Die Hunde können am aller wenigsten dafür.
Doch gibt es auch in Sachen Erziehung einiges was man bedenken sollte. Bekommt ein Hund Aufmerksamkeit von seinem Besitzer wenn er bellt, wird er dieses Verhalten weiter ausbauen und häufiger zeigen. Er bellt und bekommt Aufmerksamkeit. Er lernt durch Erfolg und Misserfolg. Lohnt es sich zu bellen (er bekommt Aufmerksamkeit) wird er es wiederholen. Denn die meisten Besitzer vergessen ihren Hund zu loben/beschäftigen wenn er denn gerade leise ist. Wie soll ein Hund dann lernen was erwünscht ist? Ignoriert man einen bellenden Hund und wendet man sich ihm erst wieder zu, wenn er still ist, wird er das lohnende Verhalten (das still sein) wieder zeigen und das auffordernde Bellen nach und nach immer seltener zeigen.
Auch schimpfen und Augenkontakt zählt zu Aufmerksamkeit!
Hunde bellen auch aus Angst oder Unsicherheit… bestätigen Sie Ihren Hund in diesen Situationen nicht und versuchen Sie ihn nicht durch streicheln zu beruhigen. Den streicheln erzielt genau das Gegenteil. Ihr Hund wird sich in seiner Angst bestätigt fühlen. Zeigen Sie Ihrem Hund souverän, dass er vor dem „komischen Ding“ keine Angst zu haben braucht. Schauen Sie es sich gemeinsam mit Ihrem Hund an. Das gibt Ihrem Hund Sicherheit! Wenn Sie Ihren ängstlichen oder unsicheren Hund in so einer Situation anmeckern oder zurechtweisen, wird er unsicherer werden und keinesfalls ein selbstbewusster Hund, der seine Umwelt sicher meistern wird.
Konfrontieren Sie Ihren Hund nicht mit allem… eine Horde Kinder, die schreiend auf Ihren Hund zu laufen, sehen für Ihren Hund mit Sicherheit sehr bedrohlich aus! Auch wenn die Kinder Ihren Hund nur streicheln möchten. Üben Sie mit Ihrem Hund behutsam den Umgang mit Kindern. Am Besten beginnen Sie mit dem Kontakt zu einem Kind. Erklären Sie dem Kind, wie es sich am Besten verhalten soll im Umgang mit Hunden. Dann wird Ihr Hund auch im Umgang mit Kindern souverän sein
Ihr Hund lernt von Ihnen! Bleiben Sie souverän und zeigen Sie Ihrem Hund seine Umwelt, damit er sagen kann: „Das ist nicht schlimm – das kenne ich schon!“ Oder: „Das ist nicht schlimm – das macht Spaß!“
