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Aggression am Futternapf

Ihr Hund knurrt wenn Sie sich ihm und seinem Futternapf nähern?

Viele Hunde reagieren mit Knurren wenn sich Herrchen oder Frauchen dem Futternapf und dem darin enthaltenen geliebten Futter nähern. Auch in der letzten Folge vom Hundeprofi Martin Rütter wurde mit Pituka ein Hund gezeigt, der sein Frauchen anknurrte wenn sie sich seinem Futternapf näherte. Im Fall Pituka war es Unsicherheit, weil er mit dem Nähern seines Frauchens immer auch etwas Schlechtes (zu viele Tierarztbesuche) verknüpfte.

Für viele Hunde hat Fressen auch einen sehr hohen Stellenwert und steht auf der „Liste der wichtigen Dinge“ ganz weit oben. Auf dieser Liste stehen für jeden Hund andere Dinge. Für den einen steht der Lieblingsball an Nummer eins, für den anderen ist es der Schlafplatz oder Herrchen und Frauchen oder eben Futter.

Oft hört man von „Hundetrainern“, dass man schon im Welpenalter beginnen soll, dem Hund sein Futter wegzunehmen. So würde er gar nicht erst auf die Idee kommen, dass es seins ist und somit dann auch später nicht aggressiv reagieren würde. Schließlich sind wir ja der Rudelführer und wir müssen dem Hund zeigen, dass er keine Rechte auf Eigentum hat.

Aber ist das richtig? Ich sage nein. Denn wenn man seinem Hund immer wieder das Essen weg nimmt, um ihm so zu zeigen, dass ich bestimme wann er frisst, schüre ich Unsicherheit. Der Hund wird nicht verstehen, warum ich ihm immer wieder das Fressen weg nehme. Ziehen Sie Ihrem Kind oder Ihrem Partner die Nudeln unter der Nase weg um ihnen zu zeigen, dass Sie „der Boss“ sind? Wohl kaum. Die würden Sie mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn anschauen aber sie deshalb nicht als „Ranghöchste(n)“ ansehen. Sie zeigen Ihrem Hund damit, dass er auf sein Essen aufpassen muss, wenn er in Ruhe fressen möchte. Mehr nicht.

Im Wolfsrudel darf der Leitwolf zuerst fressen und jedem das Futter weg nehmen. Stimmt das? In einem Rudel, ob Hund oder Wolf, hat jeder einzelne seine „Liste der wichtigen Dinge“. Der eine möchte erhöht liegen, der andere sein Abendbrot nicht teilen. Dabei hat jeder Hund, auch der Rangniedrigste, das Recht, sein Essen zu verteidigen – auch vor dem Ranghöchsten. Deshalb hat der Ranghöchste aber nicht das Gefühl, der Rangniedrigste würde ihm so den Rang streitig machen. Ein Leittier zeigt durch konsequentes Handeln, durch Vertrauen und sein Handeln im Sinne des Rudels, dass er ein guter Rudelführer ist. Nicht durch Wegnehmen von Futter.

Wie trainiere ich mit einem Welpen? Am Besten trainiert man bereits mit seinem Welpen, so kann eine Futteraggression am Napf gar nicht erst entstehen. Geben Sie Ihrem Welpen eine kleine Ration von seinem Futter in sein Napf. Gehen Sie, während Ihr Welpe frisst, noch ein paar Mal zu seinem Napf und legen Sie ihm dabei weiteres Futter in seinem Napf. So lernt er, dass ihr Nähern an sein Futternapf nur bedeutet, dass sich sein Napf weiter füllt und somit etwas Positives ist.

Ihr Hund ist bereits angespannt wenn Sie sich seinem Futter nähern? Lassen Sie Ihren Hund vor jedem Fressen sitzen und schicken Sie ihn erst auf Ihr Zeichen hin zum Futter. Nähern Sie sich dann soweit, dass Ihr Hund noch nicht knurrt und kullern Sie ihm etwas ganz besonders Leckeres (Fleischwurst, Hühnchen, Käse,…) zu seinem Napf. Verringern Sie den Abstand zum Napf schrittweise, achten Sie aber darauf, dass der Abstand für den Hund ok ist und er nicht knurrt. Knurrt er und Sie werfen ihm anschließend ein Leckerbissen vor die Pfoten, belohnen Sie ihn dafür, dass er geknurrt hat. Im nächsten Schritt können Sie Ihren Hund ansprechen. Schaut er Sie kurz an, kullert die Wurst in Richtung Napf. Irgendwann werden Sie soweit sein, dass Sie Ihrem Hund den besonderen Leckerbissen direkt in sein Napf legen können. Er hat dann gelernt, dass Sie ihm nur etwas noch Besseres in sein Futternapf legen möchten und ihm nichts wegnehmen wollen.

Kinder sollte man nie in der Nähe des Hundes lassen wenn dieser gerade frisst. Kinder werden von Hunden als Spielkameraden gesehen und es kann immer passieren, dass ein Hund sein Futter gegenüber Kindern verteidigen möchte.

Sie können den Alltag auch einmal anders gestalten und Ihrem Hund sein tägliches Futter in einem Futterdummy „servieren“! Lassen Sie Ihren Hund den Dummy apportieren und ihn dann daraus einen Happen nehmen. Werfen, verstecken Sie seinen Dummy. So haben Sie beide Spaß, Ihr Hund wird ausgelastet, muss etwas für sein Futter tun und verknüpft mit Futter mal andere, positive Situationen weitab vom Futternapf.

Über Nina Adebahr

Ich habe ein Herz für Hunde, bin nebenberuflich ausgebildete Hundetrainerin und Vollzeit-Hundemama aus Leidenschaft für meine 10 Jahre alte Magyar Viszla Hündin. Mein Ziel ist es, zwischen Mensch und Hund zu vermitteln – für ein harmonisches, respektvolles Miteinander und für mehr Verständnis für unsere Vierbeiner. Liebe Grüße, Ihre Nina Adebahr

6 Kommentare

  1. Hallo ihr lieben,
    mein 10 Woche alter Welpe knurrt zwar nicht wenn man an ihr Futternapf geht, sondern Frist ihr futter innerhalb von 20 Sekunden auf. Sie kaut nicht sonder schlingt ihr essen. Am Ende hat sie immer schlug auf. Wir üben inmoment mit ihr, dass sie immer nur löffel weiße bekommt. Aber so genau funktioniert es auch nicht. Wir haben sie seid 4 Wochen aber im noch kein Erfolg in Sicht. Hat jemand vielleicht einen anderen Vorschlag?

    Lg, alina

  2. Eckert, kathrin

    Was darf mein Hund essen. Hund ist mittelgroß und 30 kg schwer. 8 Jahre alt. Mischung Labrador, podenko und Terrier
    Also Mamas Liebling.
    Mein Mann meint, Pauline wird zu dick. Ist sehr auf mich bezogen. Guckt mir immer nach.
    Kommt auch immer nach?
    Gruss

    Kathrin

  3. Es gibt auf dem Markt Schlingnäpfe, das verhindert zunächst das hastige Fressen. Weiterhin würde ich das „Warte“ üben..da fängst du nicht am Napf an zu trainieren, sondern beim Rinderohr oder andere Kauartikel. Gib ihm die Kauartikel eine kurze Zeit zum kauen, leg deine Hand nun über das Rinderohr, bei keiner Futterverteidigung ist das noch möglich, und gib ihm aus der anderen Hand ein Stück leckere Wurst oder Käse. Wenn er die Hand dann akzeptiert und von alleine das Kauen einstellt, weil er in freudiger Erwartung auf das Wurststück ist, kannst du das Signal „Warte“ einführen und zwar 0,5 Sek. bevor er aufhört mit dem Kauen. D. h. Hand drüber, „Warte“, Hund hört auf mit Kauen, Wurst als Verstärker, dann O.K. zur Freigabe der Kauartikel. Wenn er das gut kann, führst du das Warte auch am Napf ein. Wenn er dann möglicherweise doch mal auf die Idee kommt und sein Napf verteidigen möchte hast du ein wunderbares Signal, wenn es gut trainiert wurde, um ihn aus dieser Situation rauszuholen. Es ist ein win-win-Geschichte, der Hund bekommt was besseres und du kannst ihn umlenken und aus einer mgl. aggressiven Situation rausholen. Viel Spaß dabei…LG Daniela Krüger

  4. Klingt ja alles nett ….der Hund lernt so, dass er mehr Futter bekommt, wenn ich mich dem Napf nähere…und weiter ? ..ich will ihm aber den Napf jederzeit wegnehmen können. Genauso, wie ich ihm jederzeit etwas aus dem Maul nehmen möchte, wenn er zB draußen etwas aufnimmt, was gefährlich sein könnte.
    Und zwar ohne dass ich ihm einen „Ersatz“ anbiete – den habe ich im Ernstfall nämlich weder dabei noch bleibt die Zeit für solche Spielchen.

  5. Denise Duschneit

    Hallo
    Wir haben einen 1,5 jährigen Schäferhund-Rottweiler-Mix, er kam mit 3 Monaten zu uns. Er ist ein absoluter Familienhund, kuschelt gerne und ist in unserer Familie (Mann, Kind (10Jhr) und ich ) integriert. Seither schlingt er sein Futter. Wir haben ihn trainiert nah an seinem Futter sein zu können, auch gelegentlich mal in sein Essen fassen zu können. Anfangs hat er geknurrt, jetzt haben wir eingeführt, dass er erst Sitz und Platz machen muss, wartet bis hier im das OK geben und dann darf er in Ruhe fresse. Seit 2 Monaten haben wir einen zweiten Hund, aus der Tötungsstation gerettet. Freddy ist ca 10 Monate alt und muss in seinem Leben schon so einiges erlebt haben. Mittlerweile können wir ihn streicheln, aber er ist sehr sehr ängstlich. Jetzt haben wir immer erst dem Kleinen das Futter gegeben und dann dem Grossen, bis heute hat das auch gut funktioniert, der Grosse hat nie auch nur einmal versucht dem Kleinen das Fressen wegzunehmen. Heute allerdings hat der Grosse beim Befehl `Warten`meinen Sohn angeknurrt und auch mit den Zähnen gefletscht. Ich bin gleich dazwischen gegangen und hab ihm leicht auf die Nase gehauen, LEICHT, und als Reaktion darauf biss er mich in den Fuss. Nicht mit voller Kraft, sonst wäre er wohl nicht mehr dran, aber es war auch kein Schnappen mehr. Ich habe ihn gleich am Nacken gepackt und ihn auf den Boden gedrückt bis er aufhörte mich anzuknurren.
    Ich bin wirklich geschockt, dass das passiert ist und würde gerne eine Reflexion von Euch haben, was da besser zu machen ist. Wir lieben unsere Hunde sehr! Lg, Densie

  6. Denise Duschneit

    Hallo
    Wir haben einen 1,5 jährigen Schäferhund-Rottweiler-Mix, er kam mit 3 Monaten zu uns. Er ist ein absoluter Familienhund, kuschelt gerne und ist in unserer Familie (Mann, Kind (10Jhr) und ich ) integriert. Seither schlingt er sein Futter. Wir haben ihn trainiert nah an seinem Futter sein zu können, auch gelegentlich mal in sein Essen fassen zu können. Anfangs hat er geknurrt, jetzt haben wir eingeführt, dass er erst Sitz und Platz machen muss, wartet bis hier im das OK geben und dann darf er in Ruhe fresse. Seit 2 Monaten haben wir einen zweiten Hund, aus der Tötungsstation gerettet. Freddy ist ca 10 Monate alt und muss in seinem Leben schon so einiges erlebt haben. Mittlerweile können wir ihn streicheln, aber er ist sehr sehr ängstlich. Jetzt haben wir immer erst dem Kleinen das Futter gegeben und dann dem Grossen, bis heute hat das auch gut funktioniert, der Grosse hat nie auch nur einmal versucht dem Kleinen das Fressen wegzunehmen. Heute allerdings hat der Grosse beim Befehl `Warten`meinen Sohn angeknurrt und auch mit den Zähnen gefletscht. Ich bin gleich dazwischen gegangen und hab ihm leicht auf die Nase gehauen, LEICHT, und als Reaktion darauf biss er mich in den Fuss. Nicht mit voller Kraft, sonst wäre er wohl nicht mehr dran, aber es war auch kein Schnappen mehr. Ich habe ihn gleich am Nacken gepackt und ihn auf den Boden gedrückt bis er aufhörte mich anzuknurren.
    Ich bin wirklich geschockt, dass das passiert ist und würde gerne eine Reflexion von Euch haben, was da besser zu machen ist. Wir lieben unsere Hunde sehr! Lg, Denise

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