Hilfe mein Hund zieht!
31 Jan
Autor: HundetrainerBlog.de - Kategorie: Erziehung, Welpen
Viele kennen den Anblick… ein Besitzer, ein Hund. Viele Leinenrucke und viel Gebrüll. Mir zerreist es jedes Mal das Herz, wenn ich das sehe und höre. Diese schmerzhaften Methoden sollten aus unser aller Köpfe schnell verschwinden! Denn das Einzige, was der Hund dabei lernt, ist eingeschüchtert und ängstlich neben seinen Besitzer her zu laufen. Hunde, die so „gelernt“ haben Fuß zu gehen, verbinden dies nur mit Schmerz und Angst davor, einen erneuten Leinenruck zu spüren. Diese Leinenrucke können große Verletzungen an der Wirbelsäule verursachen. Die Physiotherapie-Praxen sind voll von Hunden, deren Wirbelsäule deutliche Spuren dieser gewaltsamen Einwirkung zeigt… für mich ist es unbegreiflich, wie man mit einem Lebewesen so umgehen kann – weiß man es doch heutzutage besser!
Zunächst einmal kann ich jedem Besitzer, dessen Hund noch nicht das lockere Gehen an der Leine gelernt hat, empfehlen, seinem Vierbeiner zuliebe (und deren Wirbelsäule), ein Brustgeschirr zu verwenden.
Jetzt werden Verfechter der Leinenruck“methode“ sagen, „… um Gottes willen! Dann zieht der Hund doch noch mehr! Er braucht den Ruck am Hals um zu verstehen, dass er etwas falsch macht!“
Aber stellen wir uns doch vorab einmal die Frage, warum ein Hund überhaupt an der Leine zieht. Ganz einfach… es lohnt sich für den Hund! Und was sich lohnt wird wiederholt… wieso lohnt sich das an der Leine ziehen? Weil der Hund dadurch dahin kommt, wo er möchte. Er zieht und wir folgen. Also hat sich das Ziehen gelohnt!
Gehen Sie mit Ihrem Hund spazieren, bauen Sie viele Richtungswechsel ein, zieht der Hund – drehen Sie um! Ist die Leine locker, geht es in die Richtung weiter, wo es hin gehen soll. Sprechen Sie mit Ihrem Hund, belohnen Sie ihn wenn die Leine locker ist! Zeigen Sie ihm, dass sich die lockere Leine lohnt!
Wenn Sie „Fuß“ gehen üben möchten, sparen Sie nicht an Belohnung! Das Fuß gehen ist für Hunde sehr anstrengend! Sie müssen sich unglaublich konzentrieren an unserer Seite zu bleiben – nur uns im Blick zu haben. Verlangen Sie NIEMALS von Ihrem Hund diese anstrengende Übung über lange Strecken, ja womöglich den ganzen Spaziergang über durchzuhalten. Das ist für einen Hund nicht möglich und Spaß macht es schon gar nicht. Üben Sie Fuß gehen schrittweise. Nehmen Sie sich ein Leckerlie in die Hand, zeigen Sie es Ihrem Hund und nehmen Sie die Hand dann ein Stück hoch zu Ihrer Hüfte. Dann gehen Sie los, zwei, drei Schritte – mehr nicht! Benennen Sie diese Schritte mit Ihrem Signalwort „Fuß“ und lösen Sie das Fußgehen schnell mit Ihrem Auflösewort auf. Belohnen Sie Ihren Hund mit Ihrer Stimme und mit dem Leckerlie! Das steigern Sie schrittweise und Sie werden sehen, wie schön es aussehen kann – und wie leise es geht – wenn ein Hund Spaß daran hat „Fuß“ zu gehen!


(6 votes, average: 3.50 out of 5)